Gelungene Premiere der Hannover 96 Fußballschule
(mx). Die Vorbereitungen der Hannover 96 Fußballschule, die erstmals in der Bergstadt gastierte, dauerten über ein Jahr vom ersten Kontakt über weitere Detailabsprachen bis zur Durchführung am vergangenen Wochenende. Die Mühe hat sich gelohnt, stellten einmütig die Verantwortlichen des gastgebenden SV Viktoria Bad Grund und Jürgen Holletzek, seines Zeichens Leiter der Fußballschule, noch am Sonntag fest. Mit dazu beigetragen habe auch die Sparkasse Osterode als Hauptsponsor sowie das Kur- und Sporthotel „Alter Römer“, Sanitärtechnik Frank Höschler und das Sport-Center Ringmann als Co-Sponsoren, ohne die ein Event dieser Größe nicht hätte durchgeführt werden können.

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Allen Unkenrufen zum Trotz ("warum macht ihr denn die Fußballschule im Herbst und nicht im Sommer?") hatte man den Wettergott auf seiner Seite. Drei Tage strahlender Sonnenschein, eine optimal hergerichtete Sport- und Außenanlage im Sportpark Teufelstal und noch dazu ein sechsköpfiges Trainerteam in Topform. Dazu gehörten neben Jürgen Holletzek noch Carsten Kruse, Andrej Weibert, Erhard Wiegmann, Christian Schreier, Holm Mauritz und Roman Wojcickie, dreifacher Fußball-WM-Teilnehmer für Polen. Das waren für die 60 teilnehmenden Mädchen und Jungen beste Voraussetzungen für ein tolles Fußball-Camp.
Initiiert durch die Partnerschaft von Hannover 96 mit der Grundschule Bad Grund sah der Vorstand des SV Viktoria schnell die Unterschiede zu den Angeboten anderer Fußballschulen: ausschließlich ausgebildete Fußballlehrer mit Fachlizenzen u.a. für die 1. Bundesliga oder auch speziell die Fußballminis. Der SV Viktoria kümmerte sich um das Rahmenprogramm.
Schon bei der Einkleidung der 60 Kinder am Freitag mit einem kompletten 96-Trikot herrschte gute Stimmung: "Wir sind die Roten..." so ging es zur ersten Trainingseinheit auf den bestens bespielbaren Kunstrasen in der Glück-Auf-Kampfbahn. Das Spielfeld war geviertelt worden und konnte dank der Unterstützung des FC Windhausen mit insgesamt einem Minitorpaar und drei Jugendtorpaaren ausgestattet werden. Mädchen und Jungen von 6 bis 14 Jahren hatten gleichermaßen ihren Spaß in vier Gruppen mit den Namen "Ya Konan", "Schmiedebach", "Schlaudraff" und "Pinto".
Ein strahlendblauer Himmel empfing die Akteure am Samstagmorgen und ließ manchen Schweißtropfen fließen bei der 2. Trainingseinheit. Doch regelmäßige Trinkpausen unter dem Dach des vom Förderverein Glück-Auf-Kampfbahn vor einiger Zeit errichteten Funktionsunterstandes machten Flüssigkeitsverluste schnell wett. Die Torhüter wurden anschließend zu einer separaten Trainingseinheit aus den Gruppen gezogen. Fast zu schnell verging die Zeit, als das Betreuungsteam gegen Mittag zur "Schwedischen Rast" rief. "Köttbullar" und Nudeln mit Soße trafen genau den Geschmack der Jugendfußballer und als die Nachtischvarianten mit roter und grüner Götterspeise sowie Schokoladenpudding auf den Tischen standen, war auch das Trainerteam nicht mehr zu halten. Es entwickelte eine Löffeltechnik, die an eigene Kindheitstage erinnerte. Das verbindet eben kleine und große Fußballer.
Ein individuell auf die Altersklassen abgestimmter Technikparcours holte schnell verborgene Talente hervor. Es wurde gedribbelt, Feuerlöscheimer auf "loderndes Feuer" gestülpt und besonders das "Schinkenschießen" sorgte für allgemeine Erheiterung. Mit der 3. Trainingseinheit wurde es noch einmal intensiver zum Abschluss der Fußballeinheiten.
Nachdenklich stimmte dann die älteren Jahrgänge der Vortrag "Fußball im Rausch?" von Wolfgang Kiehl, der fester Bestandteil jeder Fußballschule von Hannover 96 ist. Er selbst war einmal drogenabhängig, schaffte den Ausstieg und initiierte danach den Verein "Suchtmobil e.V." Er erzählte aus seinem Leben, den Gefahren und gab Anregungen, wie die Schüler sich den Suchtgefahren auch beim Sport widersetzen können. Für die jüngeren Teilnehmer gab es während des Vortrages eine Talkrunde mit dem Trainerteam unter anderm mit der bohrenden Frage, ob bei einer Fußball-Weltmeisterschaft nicht doch schon mal ein Team mit 12 Spielern aufgelaufen sei. Intensivste Bemühungen des Trainerstabes konnten in dieser Frage leider keine endgültige Klarheit schaffen.
Da die Trainer abends nicht nach Hause fuhren sondern im Sporthotel „Alter Römer“ übernachteten, gab es abends beim Marktfest des KTV noch die Gelegenheit zu einigen Gesprächen. Davon wurde reichlich Gebrauch gemacht und stellte auch die Publikumsnähe der Fußballer unter Beweis.
Am Sonntag wurde dann nach einer Aufwärm- und Technikeinheit endlich auch das ersehnte Turnier gespielt, um die erlernten Fähigkeiten zu demonstrieren. Gekämpft wurde um jeden Ball und am Ende gab es nur Sieger. Fast schon traurig wurde der Schlußpfiff zur Kenntnis genommen, doch es standen ja noch die Siegerehrung und Pokalübergabe an.
In den Schlussworten, die Jürgen Holletzek als Leiter der Fußballschule an die zahlreich erschienenen Eltern und Teilnehmer richtete, dankte er vor allem dem SV Viktoria Bad Grund für die hervorragenden Rahmenbedingungen an diesem Wochenende. Diese seien bei weitem nicht selbstverständlich und daher überreichte er zusammen mit Kristine Klaws vom Fußballschulen Sponsor "Haspo" ein funkelnagelneues Minitor mit Netz als Dankeschön für eine tolle Zusammenarbeit.
Dann ging es endlich an die Verteilung der Teilnehmerurkunden mit Gruppenbild, 96-Hawaii-Fankette, Fußballschulpokal und einer Eintrittskarte für ein Heimspiel von Hannover 96. Alles Ehrengaben, die neben dem Trikotsatz selbst in das Eigentum der Fußballschulteilnehmer gingen. Drei der Teilnehmer erwartet Anfang des Jahres noch eine Einladung zum Fantag in die AWD-Arena nach Hannover, weil sie beim Torwandschießen gewannen. Wir werden zu gegebener Zeit darüber berichten.
Was bleibt ist die Erinnerung an ein wirklich tolles Fußballcamp mit Trainern, die den jungen Fußballerinnen und Fußballern viel beigebracht haben. 2012 wird die Fußballschule von Hannover 96 wieder in die Region kommen - nach Rhüden. Der Seesener Beobachter wird frühzeitig darüber informieren.
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